2 Wochen Tauchsafari auf der Blue Waves

Geschrieben von Scubalino am 13. November 2014.

 

SinnetBrian Dies ist ein kurzes Tagebuch von Brian, wie sich die Dinge über eine zweiwöchige Tour auf der Blue Waves entwickelt haben. Brian ist Christines Ehemann und Meeresbiologe, der vom Tauchshop SCUBALINO in Chur eingeladen wurde, die Tour zu begleiten und sein Wissen über das Meer und seine Bewohner an die Taucher weiter zu geben.

Nach ein paar kurzen E-Mails mit Ennio Caminada, Gruppenorganisator für diese 2 Wochen, war ich nicht sicher, was ich von den Feriengästen erwarten durfte oder wie sich die 2 Wochen entwickeln würden. Es beruhigte mich aber, dass Christine mir mitteilte, das Ennio eine aufgestellter lustiger Typ sei. Wir traffen uns am Flughafen und los ging es.

Schnell wurde mir klar, dass dies eine Gruppe ist, die oft zusammen sind und seit vielen Jahren zusammen tauchen. Es stellte sich heraus, nachdem die ersten paar Tauchgänge hinter uns waren, dass dies eine sehr lustige Truppe ist: "Eine harte Masse." Wie ich es erwartet habe, da die meisten Taucher, vor allem nach dem Aufsättigen mit etwas Stickstoff, diese Eigenschaften erreichen.

Die Erwartungen aller waren hoch, was sie hofften zu sehen, aber wie jeder weiß, klappt es nicht immer, die Erwartungen zu erfüllen. Ennio‘s Motto „positives Denken", passte zu dieser Tour perfekt. Es muss gesagt werden, dass wir keinerlei Zeitplan hatten und wir einfach in zwei Wochen wieder in Ghalib erwartet wurden.

Nach dem ersten Tauchgang am Elphinstone Riff, traffen wir Steven, der gerade von den Brother Islands zurück kam und er brachte überzeugende Argumente vor, an die Brothers zu fahren. Wir erwarteten grosse Dinge, aber auch viele Boote. Dies mit den Booten war leider nicht wegzudiskutieren, aber vergessen sie nicht Ennio’s Motto. Ich fing an sein Denken zu mögen. Beim ersten Tauchgang sahen wir 20 Meter unterhalb von uns einen Fuchshai passieren. Wir tauchten ein bisschen tiefer um den Hai etwas besser zu beobachten, der Longimanus schwamm dafür weit über uns weg, kein Glück. Auch beim nächsten Tauchgang konnten wir den Fuchshai beobachten, leider aber nur auf weite Distanz.

In der Nacht setzten wir zu Little Brother über. Während des ersten Tauchganges sahen wir einen Grauenriffhai, einen Hammerhai und einen Fuchshai. Dieses Muster wurde noch besser auf dem Tauchgang an der Putzerstation auf der nördlichen Seite der Insel. Ein Grau stand im Wettbewerb um den Platz an der Putzerstation mit einem Barrakuda. Als erstes wurde der Graueriffhai gereinigt und von uns beobachtet. Dann hat er die Station verlassen und der Barrakuda nahm seinerseits den Platz ein, so musste der „Graue“ noch einige Kreise ziehen und wartete, bis die Reinigung vorbei war. Wir zogen dann weiter entlang der Westseite und konnten wieder Fuchshaie beobachten, die in der Tiefe ihre Kreise zogen. Jeden Tauchgang etwas mehr zu sehen, ein tolle Muster, das wir beibehalten wollten. Bevor wir uns zu Daedalus aufmachten, konnte Kapitän Maher zwei Rissodelphine beobachten und unser Seemann Baca Bosa sah den Walhai während der Fahrt. Jeden Abend beim Abendessen gab es eine kurze Diskussion, ob wir uns an einen neuen Tauchplatz begeben sollen oder bleiben wollen. Wir entschieden uns, unser nächstes Ziel, das Daedalus Riff im Süden anzufahren.

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Nach einer 10 Stündigen Fahrt in der Nacht erreichten wir morgens das Daedalus Riff. Beim ersten Tauchgang wurden wir von einem Manta, nur wenige Meter unter uns, begrüsst. Fünfzehn Minuten später sahen wir in einer geschätzten Tiefe von 70 Metern einen Hammerhai. Wir schwammen entlang des Riffs und der Hammerhai kam hoch, er ist in die offenen Arme von unserem Tauchguide Abdo geschwommen. Später am selben Tauchgang sahen wir einen anderen Mantarochen an der Oberfläche, kurz bevor wir unter unseren Oberflächenbojen auftauchten. Was für ein erster Tauchgang am Daedalus!

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Während des zweiten Tauchgangs: Mantas, Mantas und Mantas. Daedalus ist voller Mantas im Moment. Als ich während des zweiten Tauchgangs stoppte, um einen Barrakuda in einer Reinigungsstation anzuschauen, kam ein "Kamerataucher" von einer andern Gruppe und schoben den Barracuda aus der Reinigungsstation, um irgendeine Art von Bild zu machen. Dies ist ein Verhalten, dass ich einfach nicht verstehen kann. Ennio sieht meine Frustration und lehnt sich auf meine Schulter und schüttelte den Kopf. An diesem Abend haben wir die Entscheidung getroffen; weiter nach Rocky Island, noch etwas südlicher zu fahren.

Der erste Tauchgang am Rocky war ruhig und still. Nach Rocky ging es weiter zur Insel Zabargad. Zabargad erstaunte uns alle, einen einfachen Tauchgang 10 bis 15 Meter tief mit einem wunderschönen Riff voll von allen Arten des Lebens. Alle von uns waren begeistert und sagten, dass dies wohl einer der besten Tauchgänge war, die wir je gemacht haben. An diesem Abend ging es weiter nach St. Johns Riff auf Habili Ali.

Vor unserem ersten Tauchgang am Habili Ali wurden wir informiert, dass wir wahrscheinlich Delphine sehen können, dies soll hier durchaus üblich sein. Bevor wir abtauchten sahen wir bereits an der Oberfläche eine Schildkröte, wie sie ihren Luftstopp machte. Wir hörten bereits beim Abtauchen die Delphine. Kaum hatten wir das erste Riffeck umtaucht kamen die ersten Delphine zur Begrüssung. Die nächsten 30 Minuten hingen wir im Blauwasser und beobachteten die Delphine, die ihre Kreise zogen, mal näher, mal weiterweg. Gerade nachdem die Delfine ihren abschließenden Auftritt gehabt hatten, sahen wir einen dünnen Hai oder Delphin aus der Tiefe kommen. Es war ein Segelfisch (Marlin)! Er zeigte sein Schwert bis er an der Oberfläche war und dann blitzte sein Segel auf und weg war er. Einfach ein toller Tauchgang, einer den man nie vergisst, dass ist sicher!

Am nächsten Tag machen wir eine kurze Fahrt nach Gota Soraya. Vor dem Tauchgang informierte Ennio uns noch das gestern Abend beim Dekobier die Probleme von Graubünden und dem Lichtenstein besprochen wurden und Lösungen gefunden wurden. Dieser Plan muss aber erst noch auf Papier gebracht werden. Wir dürfen gespannt sein! Während des Tauchgangs hat Ennio eine schwebende Grundel auf einer Peitschenkorallen entdeckt und weisste mich darauf hin. Wir sahen es uns gemeinsam an und schauten wie der „Gobi“ sich auf der Peitsche hin und her bewegt. Kurz darauf sagt uns unser dritter Buddy Thomas, dass wir einen Grauenriffhai verpasst haben. Wir waren aber durch die Grundel so abgelenkt, dass wir das Winken von Thomas nicht sehen konnten. Nach dem Tauchgang erklärten wir Thomas, dass er etwas Seltenes zu sehen verpasst hat, nur weil ein Grauer an uns vorbeigeschwommen war, natürlich mussten wir lachen. Danach ging es weiter zum Cave Reef. Diesen schönen Höhlentauchplatz wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Die Tour ging weiter: Die nächsten Plätze hiessen Shaab Marksur und Malahi. Am Malahi bekommen wir einen guten Blick auf die berühmte "Abdo-Schnecke", eine Nacktschnecke (Glossodoris hikuerensis), die Abdo immer sucht und so sehr liebt. Die Tour bewegt sich zu Sha'ab Claudio. Wir bildeten eine lange Kette von Tauchern während Abdo uns durch die Höhle / Canyonsystem führte. In der Höhle kreuzte eine Schildkröte unseren Weg, so versessen mit dem Verspeisen der Weichkorallen, dass wir sie fast zur Seite schieben mussten. Zurück an Bord erzählt uns Thomas von seiner stolzen Entdeckung, einem Seestern. Wir konnten ihn im Buch nicht finden, so nannten wir ihn "Thomas 'Star."

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1410 BlueWaves 023 Der Tauchgang am nächsten Morgen ist bei Shaab Sharm und wir waren den ganzen Tag alleine. Am zweiten Morgen tauchte ein Longimanus, ein Weißspitzenhochseehai auf und kreiste um das Boot. Wir nahmen das Zodiac zur Außenriffseite und nutzen die Strömung für einen schönen Drift-Dive. Wie wir wieder in der Nähe des Bootes waren, war der „Longi“ noch immer da. Dan, der zweite Tauchguide, war im Wasser mit seiner Kamera und machte Videoaufnahme des Hais. Wir beobachteten den Hai fast zehn Minuten, bevor er weg Schwamm, um mit seinem Freund zurück zu kehren. Ab diesem Zeitpunkt war es ein Tauchgang mit zwei sehr aufdringlichen „Longis“. Die Regel auf See ist "niemals anfassen", aber ich glaube nicht, dass diese Haie das wissen. Sie schwammen zwischen uns durch und stiessen Dans Kamera. Wir beschlossen, den dritten Tauchgang ebenfalls hier zu machen um direkt am Boot den Hai zu beobachten. Fünfzig Minuten allein mit dem Hai! Den ganzen Tag nur die Blue Waves, kein anderes Boot und eine solche Begegnung! Der Hai schwamm die ganze Nacht um das Boot herum. Diese Tour wird einfach immer besser und besser.

Unsere letzten Tauchgänge haben wir in Marsa Shouna gemacht. Vor dem Tauchgang briefen uns unsere beiden Guides Dan und Abdo, dass der Dugong hier üblich ist und vielleicht können wir einen sehen. Keine zehn Minuten nach unserer Ankunft wurde ein Dugong hinter unserem Boot gesichtet und die Taucher versuchten so rasch als möglich in die Ausrüstung zu klettern. Leider waren wir nur ein paar Minuten zu spät im Wasser und wir konnten die „Meerjungfrau“ nicht mehr sehen. Er schwamm auf das offene Meer und weg war er. Aber die Möglichkeit war da und obwohl wir nicht das Glück auf unsere Seite hatten, war dies ein erstaunlicher Abschluss einer unglaublichen 2-wöchigen Tour. Alles nur eine Frage des Timings, aber es war alles da was es im Roten Meer zu sehen gibt.

Mein Dank geht an Ennio für die Einladung und das ich mein Wissen mit dieser tollen Gruppe teilen durfte. Wir hatten eine tolle Tour, die wie ich glaube, keiner von uns vergessen wird. Ich weiss, ich werde sie bestimmt nicht vergessen. Ein spezieller Dank geht an Giorgio, ein junger Taucher von 69 Jahren, der neben 3 bis 4 Tauchgängen auch noch Hanni bei der Reparatur der Stühle geholfen hat. Andi, unser Kameramann vor Ort, hat jeden Tag gefilmt und am Abend oder bis spät in die Nacht, den Film gleich geschnitten, so dass wir am letzten Tag vor der Heimreise bereits den Film für die ganze Gruppe mitnehmen konnten. Danke für deinen Aufwand und das schöne Erinnerungsstück. Große Touren werden nicht nur groß gemacht durch die Dinge, die die Natur uns ermöglicht zu sehen, in den kurzen Momenten, in denen wir unseren Kopf unter Wasser stecken, sondern von denen, die dabei waren und diese Erinnerungen am Leben erhalten. Danke! 1410 BlueWaves 031

Brian Sinnet – Meeresbiologe – oceanwindow.ch

 

Ennio Caminada:
Unser Dank gilt der Crew der Blue Waves für einen unglaublichen Service! Brian hat uns mit kurzen Vorträgen auf einige Eigenheiten im Roten Meer aufmerksam gemacht (Gobi auf Peitschenkoralle). Auch dir ein grosses Danke schön. Wenn wir wieder eine Safari am Roten Meer organisieren ist die Blue Waves unsere erste Wahl!

 

Kommentare   

0 # Georg Lys 2014-11-14 17:52
Ganz herzlichen Dank für diese wunder-schönen zwei Wochen gebührt vor allem Ennio Caminada, der diese tolle Tour or-ganisiert hat, Chris, die mit ihrem schö-
nen Boot und der hervorragenden Crew die-
sen wunderbaren Abstecher in einen an-dern Planeten überhaupt erst ermöglicht hat.
Vielen Dank auch Brian, der unseren Aus-
flügen mit seinen interessanten Vorträ-
gen viel Verständnis und besseres Wissen
über komplexe Zusammenhänge vermittelt hat.Genau so möchte ich nach vielen Tauchsafaris im Roten Meer, dieses auch so in Erinnerung behalten!
Der "junge" Taucher Giorgio
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