Plastikmühl im See ist ein Problem

Geschrieben von Scubalino am 16. Juni 2015.

Immer wieder machen wir Taucher uns und die restlichen Seebenutzer darauf aufmerkasam, dass auch der Plastik im See ein Problem ist.

Leider ist das jetzt bewiesen!

AWARE Forelle

(Bild aus 20 min. Es handelt sich um ein Leserfoto!)


Hier noch der Bericht dazu aus der 20Min Ausgabe vom 16.06.2015:

Forelle von Plastikring im Urnersee verkrüppelt

Trauriger Anblick: Im Urnersee zog ein Leser-Reporter einen Forelle aus dem Wasser, der als Jungtier in einem Ring stecken geblieben war. Für die Fische bedeutet dies meistens den Tod.

«Es war ein ziemlich brutaler Anblick», sagt ein Leser-Reporter aus Bürglen über den schockierenden Fang. In der Gemeinde Sisikon hatte der Vater des Leser-Reporters vergangene Woche eine Seeforelle aus dem Wasser gezogen, die einen Plastikring um den Körper trug. Der rund 40 Zentimeter grosse Fisch wurde vom Plastikring so sehr eingeengt, dass sein Körper stark deformiert war. «Der Bauch des Fisches wurde vom Ring aufgeschürft», so der Fischer.

Der Leser-Reporter vermutet, dass die Forelle als Jungtier durch den Ring geschwommen war und darin stecken blieb. Mit fortschreitendem Wachstum sei das Tier vermutlich immer mehr vom Ring eingeengt worden. Sonst kenne man solche Geschichten doch nur vom Meer. «Dass es so etwas auch im Urnersee gibt, hätte ich nicht geglaubt. Leider gibt es immer wieder schwarze Schafe, die ihren Müll einfach liegen lassen», so der Leser-Reporter weiter.

Selbstständige Befreiung für Fische fast unmöglich

Laut dem Urner Fischereiinspektor Werner Tresch sind auch schon derart verletzte Fische aus dem Urnersee und den Fliessgewässern im Kanton gezogen worden. «Das ist nicht alltäglich, aber es ist auch schon vorgekommen», sagt Tresch. So gäbe es in Durchschnitt etwa einen Fall jährlich, in dem ein Fisch durch Abfall verletzt werde. «Hat sich ein Fisch einmal in einem solchen Plastikring verheddert, bedeutet das für das Tier in fast 100 Prozent der Fälle den sicheren Tod», sagt der Fischereiinspektor.

Durch Wachstum und die ständige Bewegung der Fische würden diese zwangsläufig früher oder später durch den Ring verletzt und schliesslich durch die Verletzung verenden. Befreien können sich die Tiere nur selten. Denn: «Durch die torpedoförmige Wuchsform ist es für die meisten Fische fast unmöglich, einen solchen Ring wieder abzustreifen», sagt Tresch.

Auch der Urner Fischereiverein kennt das Problem vom Güsel in den Gewässern. «Ich selbst habe noch keinen solchen Fall erlebt, aber das ist ohne weiteres möglich», sagt Vereinspräsident Markus Gisler. «Wenn man sieht, wie viel Abfall im See und in den Bächen landet, ist das sicher möglich», so Gisler weiter. Deshalb würden der Fischereiverein und die Fischereiverwaltung jährlich eine «Bachputzete» durchführen, wo Güsel aus den Urner Gewässern gefischt und anschliessend entsorgt wird.

 

 

Liebe Taucher

helft mit den Abfall aus unseren Seen zu verbannen und nehmt die Dinge die euch während eines Tauchganges auffallen aus dem Wasser und lasst es der richtigen Entsorgung zukommen. Damit unterstütz ihr die Natur und ihren Erhalt!

Vielen Dank für Eure Bemühungen!

Ennio Caminada
Seetaucher und PADI Instructor


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